Entstehung des Waldkindergartens

Von der Idee zum Waldkindergarten – Unsere Entstehungsgeschichte

 

Unser Waldkindergarten „Naturspielkinder e. V.“ ist so entstanden:

  • 2011   Die Initiatorin der Idee eines ganzheitlichen Naturspielhauses im Eichental, Heidi Schlosser, ist in Prien aufgewachsen und erkundete selber schon als Kind das Eichental. Das verwahrloste Gelände des ehemaligen Minigolfplatzes im Eichental war für sie ein inspirierender Anblick. „Kinder könnten sich hier richtig wohlfühlen“ meinte Heidi Schlosser. Sie beschloss ihre langjährigen Erfahrungen in der pädagogischen Leitung in einem Waldkindergarten in München und weiteren natur- und kunstpädagogischen Tätigkeiten nach Prien zu tragen. Durch naturpädagogische Vernetzungsarbeit findet sie ihre Mitstreiterin Krissi Dams. Die Biologin unternimmt selber gerne mit ihrer Initiative „komm mit“ Aktionen mit Kindern im Bereich Umweltbildung. Krissi Dams ist ebenso begeistert vom dem Gelände im Eichental und der Idee hier etwas mit Kindern aufzubauen. Innerhalb weniger Wochen  erarbeiten beide das Konzept „Naturspielhaus im Eichental“. Heidi Schlosser wird ein bunter Bauwagen angeboten.
  • Frühjahr 2012  Es werden viele Gespräche mit dem Verpächter, der Gemeinde und dem Priener Tourismusverband GmbH geführt. Auch die Presse  wird informiert und es folgen Berichte im Priener Marktblatt.
  • Sommer 2012 Mit Unterstützung der Gemeinde werden die Bahnen des Minigolfplatzes rückgebaut und das Gelände für die Naturspielhaus Gbr saniert.
  • Herbst 2012 Die Initiatorinnen des Naturspielhauses starten im September 2012 mit der „Naturspielgruppe im Eichental“. Die Spielgruppe besteht anfangs aus 8 Kindern im Alter von 1,5 bis 3 Jahren. Da die Gruppe so gut harmoniert, die Kinder und Eltern begeistert sind von dem Gelände und dem Konzeptvorhaben, entsteht schnell der Wunsch einen Waldkindergarten zu gründen. Dieser ist nur als staatlich geförderter Kindergarten und mit Sponsoren finanzierbar, daher werden Mitstreiter gesucht.
  • Winter 2013  Im Januar gründen 10 Mitglieder den Verein „Naturspielkinder e.V.“ Waldkindergarten Prien. Anna Schlemer, Kerstin Kapitz und Krissi Dams übernehmen den Vorsitz. Anita Kofler und Heidi Schlosser kümmern sich um das Personal. Im Februar findet ein Tag der Offenen Tür statt. Es herrscht reges Interesse in der Öffentlichkeit, viele Besucher interessieren sich für das Vorhaben Waldkindergarten. Die Gemeinde, der Priener Tourismusverband und die Presse werden unterrichtet.
  • Frühjahr 2013 Schlemer und Kapitz übernehmen die Umsetzung für das Genehmigungsverfahren, bilden sich fort und arbeiten Tag und Nacht um in nur wenigen Monaten die Voraussetzungen für den Waki zu schaffen. Sie kämpfen mit der Bürokratie, während engagierte Mütter und Väter bauen und Familien anwerben. Die „ersten WAKi-Eltern“ zeigen unglaublichen Einsatz und Mut ….. Viele Eltern springen wieder ab, da eine Betriebserlaubnis am Baurecht zu scheitern droht. Unser zukünftiges Personal glaubt Gott sei dank an uns.  Wir halten an der Idee fest …. mit Erfolg! am 31.7. 2013 ist klar – wir starten!
  • Herbst 2013 Es ist soweit: Am 9.September startet der Waldkindergarten mit einer Gruppe für die „Großen“ über 3 –Jährigen! Eltern, Kinder und Pädagoginnen feiern den gelungenen Start im Oktober mit einem bunten Erntefest. Die Kleinkindgruppe der unter 3-Jährigen wird in den Verein integriert und ist so die erste geförderte“Waldkrippengruppe“ des Landkreises. Der Verein Naturspielkinder bietet seit dem Kinderbetreuung unter freiem Himmel für bis zu 26 Kinder von 1,5 – 6 Jahren auf dem Naturspielgelände im Eichental an.
  • Ende Dezember 2013 kündigt Heidi Schlosser aus privaten Gründen die Tätigkeit als Erzieherin im Waldkindergarten und geht wieder voll nach München. Sie ist seither nur mehr für die eigene Naturspielhaus Gbr in den Schulferien tätig. Barbara Hadulla übernimmt die Gruppenleitung für ein Jahr.
  • September 2014 Trotz des schwierigen bayrischen Baurechts, dürfen wir die unbefristete Betriebserlaubnis entgegennehmen. Leider war es nicht möglich die sanierten, voll isolierten und beheizten Bauwägen als vollwertigen Aufenthaltsraum zu genehmigen. Glücklicherweise konnte mit der Naturspielhaus Gbr eine Vereinbarung geschlossen werden und somit findet das Mittagessen für max 10 Kinder, genehmigt seitens des Landratsamtes, in der Blockhütte statt. Die Blockhütte wurde hierfür extra mit einem Pelletofen seitens des Vereins ausgestattet.
  • Januar 2016 Die Naturspielhaus GbR lässt den Pachtvertrag mit der PriMa (Gemeinde) auf die Naturspielkinder e.V. übertragen, damit der Kindergarten frei von der GbR agieren kann. Die GbR behält aber ein Sondernutzungsrecht für das Gelände.
  • Februar 2017 Die Gründerin Anna Schlemer tritt nicht mehr zur Vorstandswahl an, da die eigenen Kinder Ende des Kiga-Jahres in die Schule wechseln und sich neuen Projekten widmen möchte. Karin Fieberg beendet auch ihre Tätigkeit als Personalvorstand. In Isabelle Dangl wird eine Nachfolgerin gefunden, die mit vollem Elan und mit voller Überzeugung des Konzeptes ihre neue Aufgabe übernimmt. Sabine Braun wird in den 3. Vorstand erhoben. Kerstin Kapitz, auch aktive Gründerin,  wird Geschäftsführerin der Naturspielkinder e.V.
  • August 2017 die neuen Vorstände strukturieren den Kindergarten um und bieten nun eine Gruppe für bis zu 25 Kinder.

 

Geschichte des Waldkindergartens allgemein

Die Geschichte der Waldkindergartenbewegung ist noch relativ jung und umso erstaunlicher ist, wie viele Waldkindergärten in den letzten 10 Jahren in Deutschland (etwa 350) entstanden sind. Diese Entwicklung zeigt wie überzeugend und  zeitgemäß das Konzept eines Waldkindergartens heute ist.

Die Idee eines Waldkindergartens, – eines Kindergartens, in dem Kinder ausschließlich draußen in der freien Natur  betreut werden -, kommt ursprünglich aus Skandinavien. Dort nimmt die Wald- und Naturpädagogik schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts einen anderen Stellenwert ein als in Deutschland. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es in Schweden Waldkindergärten, die ausschließlich unter freiem Himmel arbeiten.

In Dänemark haben sich 2 Modelle entwickelt, eine sogenannte reine Form und eine integrierte. Reine Waldkindergärten halten sich während der gesamten Betreuungszeit im Freien auf, integrierte  Waldkindergärten kooperieren mit einem Regelkindergarten; der Ausflug in die freie Natur – wochenweise, tageweise oder auch stundenweise –ergänzt bei diesem Modell den Kindergartenalltag. Diese beiden Modelle haben sich in verschiedenen abgewandelten Formen im letzten Jahrzehnt auch in Deutschland etabliert. Die Grundidee, dass Kinder ein natürliches Bedürfnis und damit auch ein Recht auf ´Draußen Sein`, auf das Kennenlernen der Natur haben, wird durch die Entwicklung der Waldkindergartenbewegung mehr als bestätigt.